Frau gebärt trotz Corona

Wieso sollte sie nicht, werden Sie sich vielleicht fragen. Nun, in diesem Fall aus Amerika war die Coronagrippe so heftig, dass die Frau ins Koma fiel und das Kind nach einem Kaiserschnitt das Licht der Welt erblickte. Diese Überschrift passt gut in den Maienmonat, der in der katholischen Kirche ja im Besonderen Maria gedenkt. Maria sagt über die angekündigte Schwangerschaft: „wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“ Die Mai-Variante der Überschrift müsste also lauten: „Maria gebärt trotz Jungfrauschaft“.

Es ist ein Reizthema, das damit angesprochen ist. Wie viele Kommentare und Erklärung haben Theologen schon dazu abgegeben, beginnend mit der Erklärung als Übersetzungsfehler des Hieronymus, der aus der ursprünglich griechischen „jungen Frau“ eine „virgina“, eine Jungfrau macht. Beeinflusst die Beantwortung der Frage, ob eine Jungfrauengeburt denkbar, machbar, hinnehmbar ist, mein Gottesbild, mein Jesusbild? Wir nähern uns dem eigentlichen Kern von „Mariä Verkündigung“ (wird am 25. März gefeiert) und dem Kern der „Reizung“, die diese lukanischen Geschichte auslöst: der Frage nach der Allmacht Gottes. „Denn für Gott ist nichts unmöglich“, so beantwortet Gabriel die Frage Marias.

Und damit ist nicht nur der Himmel, sondern auch der Kosmos theologischer Fragestellungen und Antworten offen.

In der Pandemiezeit haben Verschwörungstheoretiker und Untergangspropheten das optimale Spielfeld: die Pandemie ist eine Strafe Gottes. Für was? Wen will er strafen und wofür? Hier wird aktives Eingreifen Gottes in die Geschichte vorausgesetzt und im Umkehrschluss die Theodizeefrage gestellt: „Wenn für Gott nichts unmöglich ist, warum lässt er dann das Leid zu?“ Die Frage war nach dem 2. Weltkrieg und dem Entsetzen über den millionenfachen Völkermord eine zentrale Anfrage an unser Gottesbild.

Die Christenheit lebt in der Überzeugung, dass Gott historisch und aktiv in die Geschichte eingegriffen hat. Im Glaubensbekenntnis wird das alles zusammengestellt: Gott ist der Schöpfer, der Jesus gezeugt hat, nicht geschaffen, Jesus wurde empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, hat gelitten unter Pontius Pilatus, wurde gekreuzigt und ist gestorben. Das Leiden und Sterben ist handfeste Historie, von Quellen bestätigt, die nichts mit dem Christentum zu tun haben. Jesus ist eine geschichtliche Person, und wir Christen sind davon überzeugt, dass das Eingreifen Gottes eine geschichtliche, datierbare Größe ist.

Warum also ein Eingreifen Gottes vor zweitausend Jahren, kein Eingreifen in den Jahren 1933-1945, jetzt wieder ein Eingreifen im Jahr 2020 mit einem rassistischen Unterton, weil die Pandemie Afroamerikaner besonders trifft und einer diskriminierenden Konnotation, weil es die Alten trifft, die wir doch ehren sollen.

Warum-Fragen bleiben häufig unbeantwortet, und wer jetzt auf eine überzeugende und logisch nachvollziehbare Antwort von mir hofft, die/den muss ich enttäuschen.

Ich habe keine, und ich maße mir auch nicht an, eine zu entwickeln. Als Menschen sind wir auf Logik getrimmt, auf ein Ursache-Wirkungsprinzip. Die abendlichen Äußerungen der Virologen und Epidemiologen versuchen sich an diesem Spiel, heraus kommt aber meistens neben fundiertem Wissen eine gute Portion Kaffeesatzlesen. Dennoch spüre ich in dem Bemühen von Wissenschaft und Politik, welchen hohen Stellenwert in Deutschland der Schutz des Lebens genießt, und das macht ein gutes Gefühl.

„Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand“ – lautet eine Zuschreibung aus früheren Tagen. Ob sie jetzt noch gilt oder überhaupt jemals gegolten hat? Man gehe in die Historie und studiere die News. Ich gebe zu: bei diesem Satz habe ich kein so gutes Gefühl.

Karlheinz Heiss
Diözesanvorsitzender

Eine starke Stimme für Familien

Der Familienbund der Katholiken ist ein parteipolitisch unabhängiger, konfessioneller Familienverband. Er setzt sich für die Stärkung und Förderung von Rechten und Rahmenbedingungen für Familien ein.

Mehr erfahren

Familienbund: Eltern und Kinder brauchen in Corona-Krise Entlastung

Stuttgart/Freiburg. 15. Mai 2020. Eine spürbare Entlastung von Eltern und Kindern hat der Familienbund der Katholiken (FdK) in Baden-Württemberg angemahnt. Viele Familien seien durch die Corona-Krise an den Grenzen ihrer Belastbarkeit angelangt,...  Mehr erfahren »

Ebbe im Familienportemonnaie

Horizontaler Vergleich deckt ungerechte Belastung von Familien durch Steuern und Sozialabgaben auf

Familien in Deutschland sind von Armut bedroht. Der Familienbund der Katholiken (FDK) und der Deutsche...  Mehr erfahren »

Bund und Länder ignorieren immense Belastungen von Familien / Politik muss gesamtgesellschaftlichen Umgang mit Corona-Virus korrigieren

Berlin, 7. Mai 2020 – Von den gestern von der Bundesregierung beschlossenen Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen profitieren nach Ansicht des Familienbundes der Katholiken Eltern und Kinder kaum, während sich die Lage vieler anderer...  Mehr erfahren »

Anregungen für Eltern und Dienstvorgesetze (insbesondere bei kirchlichen Rechtsträgern)

die unter den erschwerten Arbeitsbedingungen während der Corona-Krise nach guten Lösungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf suchen

Seit Beginn der Corona-bedingten Ausnahmesituation Mitte März 2020 hat sich der Arbeitsalltag...  Mehr erfahren »

Verbände fordern Entlastung von Familien bei den Beiträgen zur Rentenversicherung

Berlin / Köln / Essen, 26. März 2020 – Familien leisten einen unverzichtbaren Beitrag für das umlagefinanzierte Rentensystem. Eltern müssen deshalb bei den Beiträgen zur Rentenversicherung deutlich entlastet werden. Das fordern vier Verbände in...  Mehr erfahren »

„Das familiäre Leben aufrechterhalten“ – Politik und Wirtschaft müssen jetzt besonders die stark unter Druck stehenden Familien unterstützen

Berlin, den 19. März 2020 – Angesichts der bundesweiten Schul- und Kitaschließungen sieht der Familienbund der Katholiken Familien mit massiven Herausforderungen konfrontiert und fordert Politik und Wirtschaft zur ihrer Unterstützung auf. Der...  Mehr erfahren »

Twitter Timeline

, Länder und Kommunen müssen der von und Jugendlichen endlich die Aufmerksamkeit geb… https://t.co/hXWvcIcWmB

Bedürftige können sich in der Corona-Krise einen internetfähigen Computer vom Jobcenter bezahlen lassen. Di… https://t.co/0jPYM9JDj4

RT : „Die Bedürfnisse der Kinder werden weiterhin nicht aufgegriffen“ - meine Kritik am gestrigen Beschluss zu Lockerung… https://t.co/rOhgptgoTx

  • 1 von 361