nachdenken - Ostern: „Hund schießt auf Jäger“

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Wir lesen und sind verunsichert: hat sich ein Fehler eingeschlichen? Was zunächst unglaublich klingt, habe ich in der Zeitung gelesen und es soll tatsächlich so gewesen sein: Das entsicherte Gewehr lag auf dem Rücksitz, der Hund befand sich frei im Auto und nicht in einer Transportkiste.  So löste sich der Schuss. Der Hundehalter muss nun seinen Waffenschein abgeben. Einmalig ist die Geschichte auch nicht, von solchen Vorfällen wird immer wieder berichtet.
Was hat dieses Kuriosum mit uns zu tun?

Immer wieder stehen wir vor „Unglaublichem“:  Wir treffen einen Bekannten - gerade haben wir an ihn gedacht - in einer fremden Stadt, es kommen Familien wieder zusammen, die sich im Krieg aus den Augen verloren und alle Hoffnung auf ein Wiedersehen aufgegeben hatten,  einer steht  von den Toten auf, der sein Leben am Kreuz verwirkt hat.

Wir sagen dann oft: „man glaubt es kaum!“ Es ist vernünftig zu prüfen, ob das „Unglaubliche“ in Wirklichkeit nicht „unglaubwürdig“ ist, und dann ist es der Glaube, der dieses „Unglaubliche“ in unser Leben einbetten muss. Für uns Christen ist das Unglaubliche der Auferstehung Grundlage: der Vater, zu dem Jesus vertrauensvoll „Abba“ sagt, gibt mit der Auferweckung die Zusage: „dies ist mein geliebter Sohn, seiner Botschaft der Liebe und Barmherzigkeit dürft ihr trauen“. Der Vater hält sein Zusage gegen den gesellschaftlichen Mainstream aufrecht, weil der Inhalt stimmt. Dies müssen wir im Familienbund aufnehmen: unsere Aufgabe ist es, die Strukturen in Kirche und Gesellschaft zu prüfen, ob sie mit dem Inhalt zusammen passen, und dann argumentieren und handeln. Manchmal auch gegen den Mainstream.

Karlheinz Heiss, April 2019